Testosteronersatztherapie

Testosteronersatztherapie

Ärzte sind aufgrund langjähriger Untersuchungs- und Behandlungsergebnisse der Meinung, dass Männer während eines Drittels ihrer Lebenszeit unter einem partiellen Defizit an Testosteron leiden. Vor allem im letzten Lebensdrittel tritt dieser Hormonmangel auf. Energieverluste, nicht gewünschte Fettpolster und vor allem eine nachlassende Libido können die Folge sein. Eine Testosteronersatztherapie kann Abhilfe schaffen. Doch es muss nicht nur Männer im hohen Alter treffen, auch immer mehr jüngere Menschen sind von Testosteronmangel betroffen. Nicht immer muss eine Ersatztheraphie folgen, doch die erfolgreichen Ergebnisen sprechen in den meisten Fällen dafür.

Wofür sind Testosteronersatztherapien gedacht?

Testosteronspiegel dauerhaft anzuheben. Bei einem gravierenden Mangel an diesem Hormon ist die Testosteronersatztherapie nötig, bei der fehlendes Testosteron rasch ersetzt wird und sich der Hormonspiegel wieder normalisieren kann. Testosteronersatztherapien sollen also in vergleichsweise kurzer Zeit eine Anhebung des Testosteronspiegels bewirken, vergleichbar mit einer Eisentherapie bei Anämie. 
Wichtig ist aber, dass mögliche Kontraindikationen ausgeschlossen werden. Solche liegen beispielsweise bei einem Prostatakarzinom vor. Nur unter Ausschluss dieser Gegenanzeigen darf eine Therapie erfolgen. 

Wer bekommt eine Testosteronersatztherapie?

Ein Mangel an Testosteron führt unter anderem zu Osteoporose und Erektionsstörungen. Eine Langzeittherapie mit Testosteron ist immer dann indiziert, wenn die natürliche Hormonproduktion nicht mehr ausreichend ist. Eine Testosteronersatztherapie bekommen vorrangig Männer in der zweiten Lebenshälfte bzw. im letzten Lebensdrittel. 
Allgemeinmediziner verabreichen auch Frauen Testosteron, wenn eine Transsexualität vorliegt und eine Umwandlung zum Mann erreicht werden soll. Durch die Gabe des Hormons ändern sich nicht nur körperliche Merkmale, sondern auch die Stimmlage.

Was geschieht in einer Testosteronersatztherapie?

Durch die Gabe des Testosterons steigt der Hormonspiegel im Blut an. Je nach Art der Vorgehensweise wird eine Depotwirkung erreicht. Das künstlich zugeführte Testosteron wird nach und nach abgebaut. Geschieht dieser Hormonabfall recht schnell, so kann es zu Stimmungsschwankungen kommen. Auch ein Zuviel an Testosteron ist schädlich, da es „schlafende“ Prostataerkrankungen wecken kann. Das Testosteron wird im Rahmen der Therapie auf verschiedene Arten zugeführt. 

Welche Vorgehensweisen gibt es bei der Testosteronersatztherapie?

1. Die Monatsspritze gilt als älteste Form der Therapie. Dabei wird eine Spritze im Abstand von drei bis vier Wochen gegeben. Der Hormonspiegel steigt direkt nach dem Spritzen schnell an und sinkt zum Ende des Monats stark ab. 

2. Ein konstanter Hormonspiegel kann mithilfe des Testosterongels erreicht werden. Dieses wird täglich entweder auf Schultern, Oberarme, Bauch und/oder Oberschenkel aufgetragen. Das Gel zieht ein, der Körper nimmt das Testosteron auf. Die Haut stellt ein Reservoir für das Hormon dar. Das Auftragen sollte morgens stattfinden. 

3. Das Skrotalpflaster wird auf den Hodensack geklebt, wobei Patienten zwar von einer guten Wirkung, jedoch einer störenden Handhabung berichten. Dieses Pflaster gibt es nur noch in wenigen Ländern, hierzulande wurde es vom Markt genommen. Die Nebenwirkungen waren zu groß. 

4. Testosteronimplantate sind nicht in allen Ländern zugelassen. Sie werden unter die Haut gebracht und wirken von dort aus für bis zu sechs Monate. Der Hormonspiegel ist annähernd gleichbleibend. Allerdings unterliegt der Testosteronspiegel natürlichen Tagesrhythmen. Diese werden umgangen, wenn ein Implantat aus kristalliner Form gesetzt wird. Besteht Bedarf an diesen Implantaten, können sie aus Großbritannien bezogen werden. Der Arzt setzt sie unter die Haut und muss sie regelmäßig erneuern. 

5. Noch relativ neu ist die Dreimonatsspritze, die sehr gute Ergebnisse liefert. Die Hormonkonzentration im Blut bleibt lange konstant. Die Dreimonatsspritze gilt als beste Alternative zum natürlichen Hormon. Dabei werden die Spritzen aber nicht tatsächlich alle drei Monate gesetzt, sondern abhängig von den Blutwerten. In der Regel wird eine Gabe alle 16 Wochen als ausreichend eingeschätzt. 

6. Die Einnahme von Kapseln mit Testosteron ist ebenfalls möglich. Diese Kapseln werden zwei- bis dreimal täglich eingenommen, abhängig von der Schwere der Symptome. Der Testosteronspiegel wird damit gleichmäßig gehalten. Allerdings baut die Leber die Inhaltsstoffe der Kapsel rasch ab, die Wirkung ist fraglich. Kein Mediziner kann derzeit sagen, wie hoch die tatsächlich vom Körper aufgenommene Hormonmenge bei dieser Art der Einnahme ist.



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